SPHINX

Segler


Die Sphinx ist als Allroundsegler mit Schwerpunkt Thermik sehr gut auch für F3J-Einsätze geeignet; vor allem auch wegen ihrer Gutmütigkeit im langsamen Kreisflug und bei der Landung, sowie ihrer Thermiksensibilität. Auch hier ist eine Anpassung an die Gegebenheiten mit der Spannweitenveränderung möglich. (Wahlweise auch einteilige Flächenhälften bzw. mit 3,5 Meter Spannweite).

Bezüglich der Wendigkeit ist man bei der Sphinx durch die abnehmbaren "Tiplets" (abnehmbare Flügelenden mit zusätzlicher V-Form, die die Spannweite von 3,5m auf 4m vergrößern) variabel, die natürlich außerdem den Transport sowie den Einsatz in engerem Gelände verbessern. Wird die Spannweite auf 4 Meter vergrößert, so nehmen die Thermikeigenschaften deutlich zu; das Modell wirkt dennoch nicht träge auf die Steuerbefehle. Für den Einsatz bei stärkerem Wind, Böen oder am Hang bei engeren Platzverhältnissen sowie für einfachen Kunstflug kann das Modell mit abgenommenen Flügelenden eingesetzt werden. Die Aussenflügel sind dafür mit schräg angesetzten Sperrholzrippen und passenden Steckungen fertig vorbereitet.

Auf engeren Plätzen werden die Querruder zum Bremsen verwendet; optional können zusätzlich die wahlweise eingebauten Endleisten-Drehbremsklappen aktiviert werden.

Neu eingeführt wurde 2009 ein neuer Rumpf, der neben dem Segelbetrieb auch Platz genug für einen leichten Antrieb und Lipo-Zellen bietet. Die Tragflächengeometrie entspricht dem SOLO, inclusive der Spannweitenveränderung. Beim Profil wird das HQW-3,0/12 mod. verwendet, welches speziell wegen des niedrigeren Abfluggewichts im Vergleich zum SOLO eine zusätzliche Alternative darstellt


Modellaufbau:

Der Rumpf besteht aus Epoxidharz und Glasgewebe; in Negativbauweise einteilig hergestellt, eingefärbt und getempert. Die Aufnahmestähle für das gedämpfte V-Leitwerk sind eingeharzt.

Die Tragflächen bestehen aus furnierbeplanktem Hartschaum (auch die Tiplets); durch Holmauslegung und Glasgewebeverstärkungen entsprechend den Belastungen ausgelegt. Die Tiplets werden mit Rundstählen aufgesetzt. Sämtliche Steckverbindungen; die Wurzelrippen, Randbögen und Kabelkanäle sind fertig eingebaut. Die Nasenleisten sind in GfK-Technik fertig eingebaut. Die Querruder sind vorgefräst und werden auf Wunsch komplett fertiggestellt (ebenso die Endleisten-Drehbremsklappen). Es wird die bewährte Schraubbefestigung auf dem Rumpf verwendet.

Die Leitwerkshälften bestehen ebenfalls aus beplankten Styroporkernen mit fertig eingebauten Aufnahmeröhrchen und ausgefrästen Ruderklappen. Kleinteile sowie eine ausführliche Anleitung liegen bei.

 

Technische Daten Solo Sphinx
Spannweite mm 4000 4000
mit abgenommenen Tiplets 3500 3500
Länge über alles 1540 1480
Profil E 195 HQW3,0/12m
Profil Höhenleitwerk GÖ 445 GÖ 445
Flügelfläche qdm 72 bzw. 67,9 72 bzw. 67,9
Fluggewicht Lipo ca 2680 g 2650 g
Fluggewicht 20 Zellen ca 3650 g  
Fluggewicht Segler   2550 g
Leergewicht ca. 1770 g ca. 1730 g

Testbericht Modell 7/´94 (Vorgängermodell): Take it to the Limit

Einige der vielseitigen Segler aus Walter Gertens Modellschmiede SMG sind schon in "Modell" präsentiert worden. Die neue Sphinx und ihr elektrifizierter Bruder Solo runden seit geraumer Zeit die Palette nach oben ab....Interessant an diesem Modell ist auch die Möglichkeit, mittels Aufsteckohren die Spannweite auf 4,0m zu vergrößern, um so eine Anpassung an nahezu jede Wetterlage und an jeden Einsatzzweck parat zu haben...In einem einfachen Karton mit imposanten Ausmaßen finden sich gut verpackt die Einzelteile des Modells. Ein GfK-Rumpf mit passender Kabinenhaube, natürlich nass-in-nass laminiert, mit einwandfreier weißer Oberfläche und kaum sichtbarer Naht ist das Herzstück des Baukastens. Am Rumpfende sind bereits die Stahldrähte für die V-Leitwerkssteckung eingeharzt. Hierzu kommen die Flächen und die Leitwerkshälften in furnierbeplanktem Styropor mit vorbereiteten Kabelkanälen und Aufnahmen für die Steckungen....

Ein Beutel mit allen notwendigen Kleinteilen vervollständigt den Bausatzinhalt, ja, sogar eine Tüte mit Baumwollflocken zum Eindicken von Harz ist vorhanden. Erwähnenswert ist außerdem noch die wirklich gut gemachte Bauanleitung. In ihr wird jeder Bauabschnitt genau beschrieben und jede Menge Tricks verraten, von denen selbst noch mancher Experte lernen kann. Zusätzlich liegt dem Kasten noch ein Bauplan für ein leichtes V-Leitwerk in Balsa-Stegbauweise bei, mit dem einige Gramm Gewicht gespart werden können....Die Fertigstellung der Sphinx geht problemlos über die Bühne...Der Einbau der RC-Anlage gerät bei der Sphinx nicht...zum Fummelkram.

Im Rumpf ist genug Platz für normalgroße RC-Komponenten und einen vierzelligen Akku größerer Kapazität. 1700 mAh sorgen also für längeres Flugvergnügen. Platziert man die Anlage wie in der Bauanleitung vorgesehen, ist der angegebene Schwerpunkt mit erstaunlich wenig Blei zu erreichen. Bei meinem Testmodell waren gerade mal 190g Zusatzballast notwendig. Für einen 4m-Segler ein extrem niedriger Wert. Daher ist auch das geringe Gewicht von lediglich 2760g inklusive Aufsteckohren nicht verwunderlich, was natürlich entsprechenden Thermikgelüsten von vorneherein weitere Nahrung liefert.

Fliegen: ..Das neue Testmodell flog vom ersten Handstart weg problemlos, wobei bereits die sehr guten Gleitflugeigenschaften auffielen. Nach einigen Handstarts kam daher sofort der Hochstart an die Reihe, wobei sowohl der F3J-mäßige Laufstart mit und ohne Umlenkrolle als auch die normale Elektrowinde zu ihrem Recht kamen. Bei diesen Versuchen hat sich eine mittlere Hakenposition von 27mm vor dem Schwerpunkt als guter Kompromiss herausgestellt. Die Flugeigenschaften sind nur mit einem Wort zu charakterisieren: hervorragend. Und das gilt sowohl für die kleine als auch für die große Spannweite, denn dieses Modell läßt sich immer in einem breiten Geschwindigkeitsspektrum bewegen. Dabei zeigt es eine erstaunliche Gutmütigkeit. Dies liegt wohl am eingesetzten Profil, einem E 195. Doch die Sphinx kann auch anders: Angeheizt wird sie sehr schnell und setzt die aufgenommene Geschwindigkeit beim Abfangen gut wieder in Höhe um. Durchzug nennt man das wohl.

Die Bremsklappen wirken weitgehend momentfrei und erzeugen eine hohe Bremswirkung. Beim Testmodell wurde bei voll ausgefahrenen Klappen eine leichte Tendenz zum Auf-die-Nase-Gehen festgestellt. Das kann aber einfach mit einer geringen Höhenruderbeimischung abgestellt werden. In jedem Fall ist das Bremsklappensystem eine Alternative zu den weit verbreiteten Störklappen à la Schempp-Hirth. Durch die Flächenohren läßt sich das Flugverhalten folgendermaßen beeinflussen: Ohne wird die etwas erhöhte Wendigkeit um die Längsachse bei starkem Wind und moderatem Kunstflug am Hang ausgenutzt. ..Bei ruhigen Wetterlagen oder auf Wettbewerben mit Dauerflugwertung erhält man mit der größeren Spannweite einen Hauch mehr an Thermikleistung und einen geringfügig besseren Gleitwinkel.

Fazit: Die Sphinx von SMG hält, was sie verspricht. Ein sehr gut ausgestatteter Baukasten und eine hervorragende Bauanleitung machen die Fertigstellung recht einfach. Die Flugleistungen sind aufgrund der ausgefeilten Aerodynamik und des geringen Gewichts einfach brillant, womit sich das Modell für jeden Einsatzzwech und für jede Wetterlage anbietet: ein echter Allrounder mit guten Wettbewerbschancen. Prädikat: Sehr empfehlenswert.

Soweit der Tester Guido Plützer.

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