SOLO

Elektrosegler


Als Elektrogroßsegler läßt sich der SOLO überall dort einsetzen, wo weiträumiges Fliegen möglich ist und die Start- und Landebedingungen keine Spannweitenbeschränkung erzwingen.

Eine ausreichende Motorisierung vorausgesetzt, ist das Modell trotz der Größe problemlos alleine zu starten, da Gewichtsbilanz und Tragflächenauslegung einen sportlichen Kraftakt überflüssig machen. Ein Motor der 240-400g-Klasse bzw. Getriebeantriebe mit 260g sind hier als ausreichend anzusehen; aber auch eine höhere Zuladung verschiebt die Langsamflugeigenschaften und das Abreißverhalten des Modells nicht in den kritischen Bereich. Es lassen sich auch bei annähernd 4 kg noch langsame Landeanflüge und extrem enge Kreise fliegen. Hier kommt dem SOLO außer der Profilierung und der Tragflächengeometrie noch das gedämpfte V-Leitwerk mit seinen Vorteilen beim Kreisen zugute. Antriebsauslegung ab 300 Watt.

Bezüglich der Wendigkeit ist man beim SOLO durch die abnehmbaren "Tiplets" variabel, die natürlich außerdem den Transport sowie den Einsatz in engerem Gelände verbessern. Wird die Spannweite auf 4 Meter vergrößert, so nehmen die Thermikeigenschaften deutlich zu; das Modell wirkt dennoch nicht träge auf die Steuerbefehle; auch hier zeigt das V-Leitwerk seine Wirkung.

Der Haupteinsatzbereich des SOLO ist der Thermik-Allroundflug; allerdings ist er schnell genug, um auch bei stärkerem Wind bzw. am Hang seinen ruhigen und souveränen Flugstil beizubehalten. Das ansprechende Flugbild des Modells wird bestimmt von der starken Zuspitzung der Tragfläche und dem damit harmonierenden schlanken V-Leitwerk. In der kleineren Spannweite ist durchaus weiträumiger Kunstflug wie Looping, Rollen etc. möglich.

Das unkritische Handling erleichtert die Gewöhnung an die Modellgröße; ebenso unproblematisch wie der Start ist auch die Landung. Auf engeren Plätzen werden die Querruder zum Bremsen verwendet; optional können zusätzlich die bereits vorbereiteten Endleisten-Drehbremsklappen aktiviert werden.


NEU am SOLO sind seit 1999 die Tiplets (abnehmbare Flügelenden mit zusätzlicher V-Form) sowie ab Ende 1996 ein größerer und längerer Rumpf (wahlweise auch mit T-Leitwerk), der bei besonders großem Platzbedarf auch bei der Sphinx paßt. Die übrigen Teile sind problemlos weiterverwendbar.

Der Rumpf besteht aus Epoxidharz und Glasgewebe; in Negativbauweise einteilig hergestellt, eingefärbt und getempert. Die Aufnahmestähle für das gedämpfte V-Leitwerk sind eingeharzt. Motor- und Anlageneinbau sind in verschiedenen Varianten beschrieben. Der Akkuwechsel erfolgt durch die Haube. Es können Antriebe von 10 bis 20 Zellen Sub C bzw. drei bis sechs Lipos verwendet werden.

Die Tragflächen bestehen aus furnierbeplanktem Hartschaum (auch die Tiplets); durch Holmauslegung und Glasgewebeverstärkungen entsprechend den Belastungen ausgelegt. Die Tiplets werden mit Rundstählen aufgesetzt. Sämtliche Steckverbindungen; die Wurzelrippen, Randbögen und Kabelkanäle sind fertig eingebaut. Die Nasenleisten sind in GfK-Technik fertig eingebaut. Die Querruder sind vorgefräst und werden auf Wunsch komplett fertiggestellt (ebenso die Endleisten-Drehbremsklappen). Es wird die bewährte Schraubbefestigung auf dem Rumpf verwendet.

Die Leitwerkshälften bestehen ebenfalls aus beplankten Styroporkernen mit fertig eingebauten Aufnahmeröhrchen und ausgefrästen Ruderklappen. Kleinteile sowie eine ausführliche Anleitung liegen bei.  

Technische Daten Solo Sphinx
Spannweite mm 4000 4000
mit abgenommenen Tiplets 3500 3500
Länge über alles 1540 1480
Profil E 195 HQW3,0/12m
Profil Höhenleitwerk GÖ 445 GÖ 445
Flügelfläche qdm 72 bzw. 67,9 72 bzw. 67,9
Fluggewicht Lipo ca 2680 g 2650 g
Fluggewicht 20 Zellen ca 3650 g  
Fluggewicht Segler   2550 g
Leergewicht ca. 1770 g ca. 1730 g

 


Testbericht Solo in Modell 2/´95: Wie es euch gefällt (Anmerkung: Im Test lag noch die ältere Version des Solo vor)

"SMG ist nicht ganz leicht zu finden, will man als Selbstabholer im verträumten Nest Ralingen, unmittelbar an der luxemburgischen Grenz, sein Modell abholen...Nach einer kleinen Besichtigung der aufgeräumten Werkstatt und einem Gespräch mit dem Firmeninhaber wurde klar, warum keine flotten Sprüche in den Anzeigen von SMG zu lesen sind. Walter Gerten überzeugt durch Kompetenz, und die Qualität eines seiner Produkte gilt es hier zu überprüfen....Der Solo ist ein Elektro-Großsegler mit 4m Spannweite, durch abnehmbare Flächenenden ist diese auf 3,5m zu reduzieren...Die Güte der Abachi-Flächen überzeugt...Nacharbeiten sind nicht erforderlich...Der hier vorliegende Solo ist mit drehbaren Bremsklappen an der Endleiste ausgerüstet...

Fliegen: Endlich war es dann soweit: der Tag der Wahrheit. Der Erstflug sollte mit Aufsteckohren stattfinden, mit dem Ultra 1800 und einer 12x7-Zoll Latte sollte eigentlich nichts schief gehen. Das 4-Meter-Modell in der Hand übergab ein Kollege den Solo mit mächtigem Schwung seinem Element, und dort fühlte er sich auch von Anfang an wohl. Das Modell liegt satt in der Luft, das Steuern ist eine wahre Freude. Der Steigwinkel ist auch unter Verwendung der gewöhnlichen 1400er Sanyo-Zellen beträchtlich, nach 60 Sekunden ist ausreichende Ausgangshöhe erreicht. Das Modell flog auch antriebslos von Anfang an perfekt geradeaus, die Ruderwirkung ist für einen 4m-Segler hervorragend. Um bei den ersten Landungen vor Überraschungen sicher zu sein, sollten die Bremsklappen an der Endleiste in genügend grosser Sicherheitshöhe zum erstenmal ausprobiert werden. Es entstand wider Erwarten ein Lastigkeitsmoment, der Solo nahm die Nase herunter. Aber in einem Winkel, der keiner Korrekturen bedurfte. Also, Klappen wieder rein, Motor noch einmal auf Volllast, weil es doch so herrlich ist. Doch dann geschah es. Einer der Umstehenden meinte, mein Modell hätte etwas verloren. Mit einem Puls, der ungefähr der momentanen Motordrehzahl entsprach, erfolgte ein Check sämtlicher Funktionen, der Solo reagierte kreuzbrav. Doch die Umstehenden blieben hartnäckig, sie hätten doch etwas fallen sehen. Der Puls stieg erneut, der Landeanflug erfolgte aus Sicherheitsgründen mit einem sehr langen Anflug, die Klappen ließen sich tadellos setzen und das Modell auf die Piste dirigieren. Die Bremswirkung war ausreichend, der Widerstand wuchs und die Einteilung des Landeanfluges liess sich gut beeinflussen. Dann die Überraschung, es war tatsächlich etwas verlorengegangen, und zwar der Spinner! Einer von der Sorte, der eine Befestigungsmutter für den Luftschraubenmitnehmer besitzt. Somit erfolgte also ein kompletter Steigflug, ohne dass die Latte auf dem Mitnehmer fest verschraubt war. Unglaublich!

Spätere Flüge mit abgenommenen Ohren ergaben den Eindruck einer höheren Wendigkeit, die Thermikempfindlichkeit bei der grösseren Spannweite ist enorm. Aber auch mit 3,5m Spannweite lässt sich hervorragend Thermik auskurbeln, und wenn es in den Fingern juckt, einfacher Kunstflug ist mit dem Solo auch drin...Doch nach all den Versuchen war noch die erreichte Flughöhe in 60 Sekunden zu ermitteln, nach 10 Messflügen mit einer Casio-Höhenmessuhr pendelten sich 295m über Grund ein. Ein Wert, der sich durchaus sehen lassen kann, liegt doch eine ausreichende Ausgangslage vor, um auf Thermikjagd zu gehen.

Fazit: Der Solo von SMG ist ein gelungener Allround-Segler, der sich optisch dank des V-Leitwerks angenehm vom Einerlei auf unseren Plätzen abhebt, was natürlich reine Geschmackssache ist. Der Solo liegt gut an den Rudern, ist für seine Grösse erstaunlich wendig, lässt sich problemlos in der Thermik kreisen und zeigt dabei beste Flugleistungen. Auch grössere Strecken sind ohne großen Höhenverlust zu überwinden, durch die variable Spannweite lässt sich das Modell in gewissem Grad den jeweiligen Wetterbedingungen anpassen. Zusammenfassend also genau das richtige für ausdauerndes, großräumiges Fliegen."

Soweit der Tester Jürgen Pieper

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