Pilatus B4 - mini

Mini - Scale - Modell

 

Schleudersegler, hochstartfähig, katapultfest; Elektrosegler

Pilatus B4 (von der Schweizer Firma Pilatus) im Maßstab 1:10 ist mit 1,54 Meter Spannweite ein weiteres Modell aus unserer Mini-Scale-Serie.

Auch hier ist die Originalgeometrie der Tragfläche im Hinblick auf einen möglichst großen Leistungsbereich des Modells abgeändert. Die Profilierung mit dem SD 7037 bei der B4 ermöglicht bei geringen Profiltiefen einen Einsatz des Modells nicht nur zum Schnellflug am Hang bei stärkerem Wind, sondern auch bei leichten Aufwindverhältnissen in der Thermik. Das zudem etwas vergrößerte Höhenleitwerk erleichtert die Steuerung auch im Grenzbereich.

Schwache Aufwinde werden sensibel und direkt angezeigt und genutzt; die gewonnene Höhe kann in Kunstflugfiguren umgesetzt werden. Aufgrund der Wendigkeit ist Kreisen auf engstem Raum möglich.

Die Tragfläche ist in folgenden Varianten erhältlich:

* A. Einteilige Fläche mit fertiger GfK-Nasenleiste ohne Querruder für Zweiachs-Steuerung. (Fläche wird in zwei Hälften geliefert)

* B. Wie oben, aber mit eingesetztem Verbinder. (geringer Aufpreis)

* C. Einteilige Fläche mit GfK-Nasenleiste und durchgehenden Klappen, welche sowohl als Querruder und als Wölbklappen angesteuert werden können.

* D. Wie oben, aber geteilt mit Verbinder. (geringer Aufpreis)

Die Wölbklappen haben eine sehr gute Wirkung und erweitern den Geschwindigkeitsbereich stark. Die Klappen sind ausgefräst. Die Servos werden in Tragflächenmitte eingebaut (maximal 14 mm Dicke) und lenken die Klappen direkt an.

Die Größe des Rumpfes erlaubt den Einbau eines Elektroantriebs. Moderne Motoren ab ca. 30 g als bürstenlose Aussenläufer sowie herkömmliche Antriebe der 400er Klasse können eingesetzt werden. Antriebsauslegung ab 50 Watt.

Bei Querrudersteuerung kann auf die Anlenkung des Seitenruders verzichtet werden.

Die Pilatus B4 ist stets gut einsetzbar, von der Auslegung her in der Mitte anzusiedeln ohne Spezialisierung auf reinen Thermik- oder Kunstflug.

Modellaufbau:

Die Tragflächen bestehen aus furnierbeplankten Hartschaumkernen mit Glasgewebeverstärkungen im Wurzel-, Querruder-Wölbklappen- und Holmbereich.

Die Tragflächen werden auf dem Rumpf verschraubt; alternativ ist Gummiringbefestigung möglich. (Anfängertauglich)

Die Querruder-Wölbklappen sind mit V-Ausschnitt auf der Unterseite ausgefräst; die Nasenleisten aus GfK werden mit beplankt. Die Ruderausschnitte werden mit einer Spaltabdeckung verschlossen.

Der weiß (wahlweise auch rot, gelb oder blau) eingefärbte Rumpf wird aus Epoxid-Harz und Glasgewebe mehrlagig gefertigt und getempert. Höhenleitwerk aus Balsa.  


Technische Daten Pilatus B4
Spannweite mm: 1540
Profil SD 7037
Länge 760
Flügelfläche qdm 22,7
Höhenleitwerk 3,4
Fluggewicht Segler ab ca. 475 g einteilig, 2achs
  525 g mit Querr.-Wölbklappen
Fluggewicht Elektro ab ca. 570 g
Leergewicht ab ca. 290 g

FMT-Extra RC-Segelflug ´96:

"Mini in den Abmessungen, Maxi in den Flugleistungen"

"Man hat den Eindruck, ein wesentlich größeres Modell zu steuern. Das schöne Flugbild, die Flugeigenschaften - die Abstriche an der Vorbildähnlichkeit zu Gunsten der Aerodynamik haben sich gelohnt. Am Hang läßt sich im Kunstflug einiges mit der B4 anstellen: Rollen kommen sauber und gerade, Loopings und Turns sind problemlos zu fliegen, selbst der Rückenflug geht ganz gut, nur darf dabei die Geschwindigkeit nicht zu gering werden, sonst kippt das Modell nach unten weg....Festigkeitsmäßig wird der Segler dabei nicht überlastet. Kurbeln im Aufwind macht mit diesem Flieger richtig Spaß, in ganz engen Kreisen schraubt er sich hoch und gewinnt schnell an Höhe. Die Fluggeschwindigkeit kann sehr weit zurückgenommen werden, einen Strömungsabriss muss man fast provozieren. Beim geradlinigen Flug kippt die B4 (dann) nach vorne ab und nimmt Fahrt auf, in einer Kurve trudelt sie über die innere Fläche weg, kann aber leicht wieder abgefangen werden....

Der Hochstart am Minibungee (10 Meter Schlauchgummi und 15 Meter Leine) ist die alternative Startmethode an einem kleinen Hang oder in der Ebene. Der Steigflug muß dabei leicht ausgesteuert werden, trotzdem ist das Modell am Seil nicht zappelig. Rund 30 Meter Startüberhöhung sind so zu erreichen und die Chancen recht groß, in eine Ablösung einzukreisen. Diese Höhe reicht aber auch leicht aus, um eine Rolle mit anschließendem Looping zu fliegen, wendig genug ist das Modell dafür....

..Bauanleitung plus Skizzen behandeln ausführlich den Aufbau, den alternativen Elektroeinbau, Vorschläge für das Design und alle Angaben für die Ruderausschläge. Als Antriebsvorschlag steht darin ein Speed 400-7,2V, Direktantrieb mit Luftschraube 6x3 und 7 Zellen 0,5 Ah - Sanyo N500AR, oder ein Speed 500 mit LS 8x4,5 und 6-7 Zellen 0,5 - 1,0 Ah, oder ein Speed 400 mit Getriebe 1,5:1 - 4:1 mit 7 Zellen. Jeder dieser Ausbauvorschläge findet genügend Platz, selbst für ganz heiße Varianten ist genügend Spielraum vorhanden.......In der Bauanleitung sind dem Einfliegen und den Tips für Fortgeschrittene zwei Seiten gewidmet, so dass eigentlich nichts schief gehen kann..

Die ersten Flugversuche verliefen völlig problemlos, die B4 ist wirklich fast so gutmütig wie ein Amigo. Bei Wölbklappenüberlagerung der (Flaps) Querruder (Tiefe hebt die Querruder um 2mm und Höhe senkt sie um 5mm) wird der Flieger quirliger. Beim Ziehen wird er deutlich langsamer und steigt weg, beim Drücken nimmt er gut Fahrt zur weiträumigen Thermiksuche auf oder rauscht beeindruckend an der Hangkante entlang. Für den Kunstflug ist es besser, diese Überlagerung abzuschalten, sonst werden Rollen zu Faßrollen. Um den Landeabflug abzukürzen, werden die Querruder hochgestellt. Dies ist notwendig, denn durch den guten Gleitwinkel ist sonst gegen Ende zu wenig Wiese übrig. Mit diesem kleinen Flieger stehlen Sie manchem Großsegler die Schau, zumal sich das Geschehen am Hang in Augenhöhe abspielt.

Zusammenfassung: Die B4 von Walter Gerten ist zwar in den Abmessungen und der Runpfform nur Mini-Scale 1:10, aber absolut Maxi in den Flugleistungen. Das Modell ist leicht zu beherrschen, durch die geringe Masse ist das Bruchrisiko bei verpatzten Landungen klein. Wer einen Zweiachssegler sicher beherrscht, findet mit dieser B4 einen leichten Einstieg in den 3-achsgesteuerten Modellsegelflug. Der Spaß am Fliegen kommt hier nicht zu kurz. Ein kleiner, feiner, gar nicht zappeliger Flieger für viele Gelegenheiten."

Soweit der Tester Thomas Schlumberger

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