MILAN

(Segler – Elektrosegler)


MILAN ist eine spezielle Konstruktionen für den Einsatz in der Thermik, der dem Segler eine Reihe von besonderen Eigenschaften abverlangt. (Ein Hinweis auf die neue Beliebtheit guter Thermikleistung ist das Interesse an der immer populärer werdenden Klasse F3J.) Neben einem auftriebsstarken Profil mit dennoch geringem Widerstand und gutem Gleitwinkel tragen harmlose Abreißeigenschaften und gutmütige Langsamflugeigenschaften entscheidend zur angenehmen Leistung bei.

Beim MILAN (Spannweite 3300 mm) wird das in der Klasse F3J bestens bewährte Profil SD 7032 (leicht dickere Variante des 7037) verwendet. Es zeigt sehr gute Thermikempfindlichkeit auch bei Schwachwindlagen und engen Aufwindfeldern. In Verbindung mit den guten Kreisflugeigenschaften des V-Leitwerks und der Wendigkeit des 3-achs-gesteuerten Modells lassen sich auch schwache Aufwinde in geringer Höhe noch nutzen. V-Form, Querruderauslegung und Leitwerk sind so abgestimmt, daß einerseits ein direktes Handling ermöglicht wird, andererseits aber beim steilen Kreisen in der Thermik selten korrigiert werden muß. Der Segler ist auch bei mittlerem Wind einzusetzen, die Kunstflugeigenschaften sind jedoch nicht sehr ausgeprägt.

Der Langsamflug und der überzogene Flugzustand ist leicht beherrschbar, auffallend ist bei diesem Profil die gute Bremswirkung der hochgefahrenen Querruder.

Die Tragfläche wird wahlweise mit Querrudern oder mit zusätzlichen Wölbklappen gefertigt. Bei der Querruder-Version sind generell Endleisten-Drehbremsklappen von 380mm Länge vorbereitet und können bei Bedarf ausgeschnitten werden.

In dem schlanken Rumpf mit bereits eingesetzten Aufnahmestählen für das gedämpfte V-Leitwerk lassen sich normalgroße Servos, Empfänger und auch ein pyramidenförmiger Empfängerakku einsetzen. Die Tragflächen werden mit Nylonschrauben von oben aufgesetzt und an einer GfK-Brücke verschraubt.

Elektroflug: Antriebe (ab drei Lipos 3100) mit (oder ohne) Getriebe für lange Flugzeiten optimiert ist. Antriebsauslegung ab 300 Watt. Die Servos (bis 16,5 mm Dicke) werden in diesem Fall unter der Endleiste montiert. Bei größerem Platzbedarf kann der Milan 2-Rumpf verwendet werden, der alternativ auch mit T-Leitwerk zu haben ist Servoeinbau ist beim T-Leitwerk hinten möglich.

Modellaufbau:

Die Tragflächen sind mittig geteilt mit einem Rundverbinder aus 10mm Federstahl. Sie bestehen aus furnierbeplankten Hartschaumkernen mit Holmen und Glasgewebeverstärkungen im Wurzel-, Querruder-Endleisten- und Holmbereich.

Querruder (und Wölbklappen) sind mit V-Ausschnitt auf der Unterseite ausgefräst (auf Wunsch auch fertig verkastet und verschliffen). Randbögen, Wurzelrippen und Verbindungselemente sind fertig eingebaut.

Der weiß eingefärbte Rumpf wird aus Epoxid-Harz und Glasgewebe mehrlagig gefertigt und getempert. Die Haube besteht aus schwarz durchgefärbtem GfK. Die Tragflächen werden auf dem Rumpf mit Nylonschrauben befestigt. Die Aufnahmestähle für das gedämpfte V-Leitwerk sind bereits eingeharzt, die EWD ist vorgegeben. 

Der Bausatz ist mit Kleinteilen und einer ausführlichen Anleitung komplettiert.

Technische Daten Milan Milan 2
Spannweite mm: 3300 3300
Länge mm: 1480 (V) 1540 (V) 1500 (T)
Profil SD 7032 MH 32
Flügelfläche qdm 64,8 67,8
Höhenleitwerk 7,0 7,0
Fluggewicht Segler ab ca 2250 2400
Fluggewicht Elektro ab ca 2580 2750
Leergewicht ca 1460 1660

 


Testbericht Modell 6/´97 Segelvogel:

"Mit einer breiten Palette von gelungenen Zweckseglern ist SMG schon lange am Markt erfolgreich. Der neue "Milan" rundet nun das Angebot hinsichtlich der neuen Wettbewerbsklasse F3J ab. Hält der elegante Segler, was die Optik verspricht?

Die bereits in Modell 7/94 getestete "Sphinx" und ihr elektrifizierter Bruder "Solo" wurden mittlerweile durch "Kranich" und "Milan" ergänzt. Alle vier Segler basieren auf demselben Rumpf (plus Elektrorumpf) und unterscheiden sich durch Tragflächen mit verschiedenen Profilen und Spannweiten sowie teilweise Aufsteckohren. Dies bedeutet Kompatibilität untereinander, die einem preisbewußten Modellflieger nur entgegenkommen kann. Durch Zukauf eines speziell vom Raumangebot für die Elektroausrüstung optimierten "Solo"-Rumpfes erhält man zu einem der vorgenannten, bereits vorhandenen Modelle mit minimalem Aufwand ein weiteres mit Elektroantrieb. Der hier vorgestellte Milan ist durch Wölbklappen und ein SD 7032 speziell auf die Klasse F3J ausgelegt. Mit einer Spannweite von 3300mm bei einem versprochenen Gewicht um 2,3kg sind natürlich entsprechende Leistungen in der Thermik zu erwarten, doch darüber werden später noch einige Worte zu verlieren sein.

Bausatz: Wie bei SMG üblich, erhält man für sein Geld einen gut vorbereiteten und vernünftig ausgestatteten Baukasten. Die leicht und präzise gefertigten Flächen können gegen Aufpreis auch mit angeklebter und verschliffener Nasenleiste geliefert werden, was auch zu empfehlen ist, da von der Genauigkeit dieser Arbeit in hohem Maße die späteren Flugeigenschaften abhängen. Das V-Leitwerk ist noch zu verkasten und zu verschleifen (Styro-Furnier-Leitwerk), die schwarz eingefärbte Kabinenhaube passend zu schleifen und mit der obligatorischen Drahtverriegelung zu versehen. Dem Baukasten liegt neben einem mehrseitigen Bauskizzenheft auch eine hervorragende Bauanleitung bei, die äußerst detailliert und in vorbildlicher Weise auch viele Tips für das korrekte Einstellen des Modells und Einfliegen gibt. Alle benötigten Kleinteile, ein Satz Aufkleber und sogar Baumwollflocken für das Einharzen der Servobrettchen liegen dem Kasten bei, lediglich einen Hochstarthaken habe ich vermißt. ..Waren bei Solo und Sphinx die notwendigen Löcher zur Aufnahme des V-Leitwerks noch vom Kunden selber zu bohren,, so hat SMG hier schnell reagiert, die Bohrungen sind nun schon herstellerseitig höchst präzise gesetzt (Anmerkung: bei allen V-Leitwerks-Modellen), lobenswert, schließlich ist deren Position später für die EWD verantwortlich....Den Abschluss der Arbeiten bildet das Folienfinish, dann noch den Schwerpunkt nach Angaben des Herstellers eingestellt, und mit einem vierzelligen 1700er Empfängerakku und einem Standard-Empfänger ergab sich ein Abfluggewicht von 2550g. Für einen Segler mit 3300mm Spannweite immer noch ein sehr, sehr guter Wert, wer diesen noch weiter reduzieren möchte, kann gemäß Bauplan ein V-Leitwerk in Balsa-Stegbauweise erstellen, mit dem sind dann noch einmal ca. 100 (-150) Gramm zu sparen.

Fliegen: Bereits bei den ersten Handstarts zeigte der Milan vorzügliche Gleiteigenschaften, doch die vom Hersteller empfohlene Schwerpunktlage stellte sich als zu kopflastig heraus. Am Ende wurde sie um 15mm zurückgenommen, liegt jetzt also bei 110mm hinter der Nasenleiste. Doch dann ging es richtig auf Höhe, der Windenstart ging ohne Tücken über die Bühne, bolzengerade ging´s bis zum Ausklinken. Auch beim Start mit Schuß war kein Flattern am V-Leitwerk zu beobachten. Zum Erreichen grösserer Ausklinkhöhen sollten die Wölbklappen beim Windenstart um 3mm abgesenkte werden. Die Querruderausschläge können ruhig großzügig gewählt werden, um eine ausreichende Wendigkeit zu erziehlen. Auf eine ausreichende Differenzierung ist dabei zu achten, das Verhältnis vom oberen zum unteren Ausschlag sollte mindestens 3:1 betragen! Um Thermik optimal auszunutzen, ist hier natürlich Steuern mit dem Seitenruder notwendig, allein mit Quer- und Höhe läßt sich nun einmal nicht flach genung kreisen. So konnte bereits der zweite Flug mit dem Milan nach Windenstart und Ausklinken in ca. 80 Metern Höhe auf 12 Minuten ausgedehnt werden, die Thermikeigenschaften sind wirklich bestechend. Ein Manko des geringen Gewichts ist dann aber seine Anfälligleit bei starkem Wind, hier läuft der Milan kaum noch und muss mit beherztem Drücken oder negativer Wölbklappenstellung auf Fahrt gehalten werden. Bleizuladung im Schwerpunkt behebt das Problem. Die Landung gelingt einfach, wenn man zur Butterfly-Stellung der Wölbklappen noch 10% Höhenruder zumischt, das Abtauchen wird so kompensiert. Auch wettbewerbsmässige Landungen im Kreis oder am Strich sind damit kein Problem.

Fazit: Der Milan von SMG bietet erstaunlich viel Leistung fürs Geld! Die Flugleistungen sind exzellent, vor allem im Thermikflug in der Ebene. Die Wölbklappen erlauben eine Anpassung an verschiedenen Witterungslagen und Flugaufgaben. Ein Wettbewerbspilot erhält für den Einsatz in F3J und F3B-E ein erfolgversprechendes Gerät zum moderaten Preis "von der Stange".

Soweit der Tester Guido Plützer

Weiter: Milan 2

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