IBIS

Segler - Elektrosegler

 

Als belastbarer Grosssegler hat der IBIS einen robusten Tragflächenaufbau mit Doppel-T-Holmen für hohe Anforderungen mit fertigen GfK-Nasenleisten, ab 2009 mit anderer Profilierung (HQW-25/11 mod. statt RG 8). Alternativ zum T-Leitwerks-Rumpf wird eine V-Leitwerks-Version mit gleicher Form und Länge angeboten. Bei guten Allround- und Thermik-Leistungen tendiert der Einsatzschwerpunkt zum dynamischen Flug bei etwas höherer Grundgeschwindigkeit. Aufgrund der Wendigkeit läßt sich der IBIS sensibel und mit exakten Wölbklappenreaktionen steuern. Gutmütiges Verhalten im Kunstflug, beim Überziehen, im engen Thermikkreisen und beim langsamen Landeanflug runden die harmonischen Eigenschaften des IBIS ab.

In der Vier-Klappen-Version ergibt sich für den Piloten die Möglichkeit, durch positive und negative Verwölbung eine weitere Anpassung des Profils an die Fluggeschwindigkeit zu erreichen. Gebremst wird in diesem Fall mit der Butterfly-Stellung der Klappen. Alternativ wird bei Bevorzugung der reinen Querruder-Steuerung eine Fläche mit Querrudern und großen Endleisten-Drehbremsklappen geliefert, welche eine starke und zuverlässige Verkürzung der Landestrecke bieten.



Der Aufbau der Tragflächen (Doppel-T-Holme, Gewebeverstärkungen mit 45Grad-Orientierung, etc.) erlaubt auch beim Elektrosegler mit der höheren Flächenbelastung einfachen Kunstflug, wie er mit solch einem großen Modell fliegbar ist (Rollen, Looping, Rückenflug).

Die Teilung der Tragfläche ist mittig; die Nasenleisten aus GfK sind fertig integriert und profiliert, die Querruder, Wölbklappen und (wahlweise stattdessen) die Endleistendrehbremsklappen sind vorbereitet bzw. ausgefräst und werden auf Wunsch komplett fertiggestellt. Die Kabelkanäle sind eingebaut, auf Wunsch können Hüllen für Varioantennen eingelegt werden.

Die Ausrüstung für Elektroflug läßt eine Vielzahl von Lösungen zu, da das Raumangebot im Rumpf keine Beschränkung darstellt, auch bei größeren Getriebeantrieben mit Achsversatz. Das relativ niedrige Gesamtgewicht in Verbindung mit dem gutmütigen Verhalten beim Handstart (oder am kurzen Katapult) läßt auch schwächere Motorisierung mit einem zehnzelligen Akku zu. Aber auch höhere Belastungen verschieben das Langsamflugverhalten beim vorsichtigen Auskreisen schwacher Thermik oder beim Landeanflug nicht in den kritischen Bereich.

Modellaufbau: Die Rümpfe bestehen aus Epoxidharz und Glasgewebe; in Negativbauweise einteilig hergestellt, eingefärbt und getempert. Die große Kabinenhaube ist aus schwarzem GfK-Laminat lieferbar.

Beim V-Leitwerks-Rumpf sind die Aufnahmestähle für das gedämpfte V-Leitwerk bereits eingeharzt. Im T-Leitwerks-Rumpf werden für den Elektroflug beide Servos im Heck direkt bei den Ruderklappen eingebaut. Der Akkuwechsel erfolgt durch die Haube. Antriebe (ab drei Lipos 3100) mit (oder ohne) Getriebe. Antriebsauslegung ab 350 Watt. Beim Seglerbetrieb ist Platz genug für große Empfänger-Akkus und ein F-Schlepp-Servo vorhanden.

Die Tragflächen bestehen aus furnierbeplanktem Hartschaum, durch Holmauslegung als Doppel-T und Gewebeverstärkungen entsprechend den Belastungen ausgelegt. Sämtliche Steckungen (10mm Federstahl); die Wurzelrippen, Randbögen und Kabelkanäle sind fertig eingebaut. Die Randbögen sind sichelförmig nach hinten auslaufend und nach oben gebogen, um Widerstandsverhalten und Kreisflug-Eigenschaften zu optimieren. Die Servos werden in den Flächen montiert (mittelgroße Ausführungen). Es wird die bewährte Schraubbefestigung der Tragflächen auf dem Rumpf verwendet. Die Leitwerke bestehen ebenfalls aus beplankten Styroporkernen mit fertig eingebauten Befestigungen und ausgefrästen Ruderklappen. Viele Kleinteile sowie eine Anleitung für Elektro- und Segelflug liegen bei.  

 

Technische Daten Ibis 
Spannweite mm 3600
Länge mm 1500
Profil HQW 25-11 mod
Flügelfläche qdm 66,4
Leergewicht roh 1990 g
Fluggewicht (LIPO) ab ca 3260 g
Fluggewicht (12 Zellen) ca 3560 g
Fluggewicht Segler ca 2610 g

Testbericht Modell 6/´99: Heiliger Vogel

Sie sind die Könige in Thermikschläuchen und Rythmusmacher an tiefen Hängen, die Zwecksegler mit langen Schwingen. Beim Segelflugspezialisten SMG gibt es eine ganze Familie davon. Bei uns im Test: der 3,6m spannende "Ibis". SMG liefert die zweiteiligen Flächen zum Ibis wie zu den meisten anderen Seglern aus dem umfangreichen Programm sowohl in der hier vorgestellten Vierklappen-Variante als auch mit Querrudern und Drehbremsklappen...Von Modellbau läßt sich angesichts der Vorfertigung kaum noch reden, dennoch bleibt einiges zu tun...Die eleganten Flächen..sind bereits mit Ausfräsungen für die Servos versehen. Die feste GfK-Nasenleiste bringt natürlich ihr Gewicht mit, die zweiteilige Fläche bringt es im Lieferzustand inklusive 136g Flächenstahl dennoch nur auf 1,4kg. Das geschwungene Ohr ist ein Markenzeichen des Ibis. Die Freude darüber blieb auch nach dem Folienfinish erhalten, verzugsfrei auch an den Klappen, untermauert die Fläche ihre gute Verarbeitung...Nach dem Folienauftrag werden die Klappen einfach mit Scharnierband angeschlagen. Die Anlenkung der Wölbklappen und Querruder erfolgt über die mitgelieferten gekröpften Schubstangen, die nach dem Ausrichten der Servos in die Gabelköpfe eingelötet werden, einfach und funktionell. Statt zweier Servos im Kabinenbereich für das Leitwerk ist auch der Einbau zweier Minis mit maximal 16mm Stärke in die Seitenleitwerksflosse möglich. Zwei 18g-Servos vom Typ 341, mittels Alubügel montiert, sind dabei nicht einmal schwerer als Bowdenzüge und Umlenkhebel. Die Seitenruderlagerung mittels Bowdenzughüllen und 0,8mm-Stahldraht erweist sich funktioneller als zunächst zu vermuten war. Der GfK-Rumpf trägt mit 340g plus 20g für die Haube zwar eher bescheiden zum Abfluggewicht bei, die reichlich gewichtige Heckflosse fordert aber später noch ihren Tribut in Form von Trimmblei. (Anmerkung: beim Segler ist eher Servoeinbau im Vorderrumpf anzuraten).

Fliegen: Mit Ausschlägen laut Bauanleitung und einer Hochstarthaken-Position von 18mm vor dem Schwerpunkt ging es nach einem Handstart gleich per F3B-Normwinde ins Element. Mit bis zum Schuss durchgetretenem Fußpedal zeigt der...Ibis keinerlei Unarten. Die Fläche biegt sich hierbei in der Hauptsache um jenes Maß, um das der 10mm-Flächenrundstahl nachgibt. Das modifizierte RG 8 (ab 2009 HQW 25) brilliert im Anschluss durch wirklich exzellente Gleitflugleistungen.

In der Thermikflugeinstellung ist der Ibis nicht nur langsamer zu fliegen, sondern auch die Sinkrate verringert sich. Im Speedflug ist das von SMG empfohlene Hochfahren von Quer- und Wölbklappen nur weiterzuempfehlen, gegenüber der Neutralstellung wird das RG 8 deutlich rennfreudiger. Werden die Möglichkeiten moderner Sender ausgeschöpft, ist der Ibis also mit einer beeindruckenden Dynamik zu bewegen, und in der Luft ist die Fläche auch bei herben Manövern nicht in Verlegenheit zu bringen. Die Thermikleistungen sind aber des Ibis eigentliche Stärke, am Kreisflug gibt es nichts zu verbessern...

Fazit: ...... die Flugleistungen zählen sicher zum klassenbesten.

Soweit der Tester Ralf Heinisch

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