Aros
Nurflügel- Großsegler für Thermik, Hangflug und Elektroflug

"Aros" ist ein großer Nurflügel für Allroundeinsatz. Das Modell zeigt seine Stärken im Strecken- und Thermikflug. Problemlos und gutmütig in den Steuereigenschaften, läßt es auch einfachen Kunstflug bei guter Wendigkeit zu. Auch aus weiter Entfernung kann der "Aros" zielsicher und mit hervorragendem Gleitwinkel zurück dirigiert werden. Die großen Quer- Höhenruder ermöglichen exaktes Fliegen auch beim Kreisen im Aufwind, beim Beschleunigen aus dem Langsamflug und bei Korrekturen vor der Landung.
Neben der einfachen Zwei-Klappen-Steuerung des Nurflügels ist alternativ ohne Aufpreis eine zweite Variante mit zusätzlichen Wölb- Landeklappen erhältlich, die eine weitere Möglichkeit zur Geschwindigkeitsbeeinflussung bieten. Die Zweiklappen-Version läßt sich wegen der Gutmütigkeit des Modells problemlos im überzogenen Flugzustand landen.
Der Aros kann als reiner Nurflügel ohne Rumpf geflogen werden oder alternativ auch mit einem Rumpf. Dieser wird unter den Mittelflügel geschraubt und ist außer zum Segeln auch für die Verwendung mit Elektroantrieben konzipiert. Er bietet genügend Platz auch für Motoren mit größerem Durchmesser. Es sind zwei unterschiedliche Rümpfe erhältlich:
1. Ein der Wurzeltiefe entsprechender Rumpf für Druckantrieb, der außer dem spindelförmigen Rumpfende komplett unter dem Flügel verschwindet und sich ideal in das Modelldesign integriert.
2. Ein längerer Rumpf für Zugantrieb, der vor und hinter dem Flügel herausragt und so auch das Starten mit laufendem Motor gestattet.
Beide Rümpfe werden wahlweise von unten angeschraubt oder wie bei Normalmodellen üblich mit Nylonschrauben durch den Flügel von oben verschraubt.

Der strukturelle Aufbau des Modells ist entsprechend den auftretenden Belastungen ausgelegt:
Hartschaumkerne mit Furnierbeplankung (Abachi) und Glas- bzw. Kohlegewebeverstärkungen an den belasteten Stellen. Die Flächenhälften werden über einen runden 10mm - Federstahl und einen kleinen Verdrehstift verbunden. Die Nasenleiste aus Hartholz ist bereits fertig angeklebt und profilgetreu verschliffen. Wurzelrippen und Randabschlüsse sind fertig. Die Ruder sind mit V-Ausschnitt ausgefräst und müssen noch verkastet werden. Verkastungsmaterial liegt bei; auf Wunsch werden die Ruder und Tragflächenausschnitte auch fertig verkastet. Der Servoeinbau erfolgt direkt bei den Rudern, Anlenkung über Schubstangen. Trimmblei, Empfänger und Empfänger-Akku werden neben den Wurzelrippen bzw. alternativ im Rumpf eingebaut.
Die Rümpfe sind aus GfK gefertigt, die Farbe kann vom Kunden gewählt werden. Der Motor-Bereich ist kreisrund mit abnehmendem Durchmesser ausgelegt, so dass unterschiedliche Konzepte (Direkt- oder Getriebeantriebe, Innen- oder Außenläufer) einsetzbar sind.

Modellaufbau Die Tragfläche ist in der Mitte geteilt und wird mit einem federharten Rundstahl-Verbinder 10mm und einem dünnen Rundstahl zusammen gesteckt. Die Styroporkerne sind mit Furnier beplankt und an den wichtigen Stellen im Wurzelbereich, in der Endleiste und im Querruder sowie in Verbindung mit dem Holm mit Glasgewebe verstärkt und getempert. Die Wurzelrippen, Endrippen, Verbindungselemente u. Nasenleisten sind fertig angebracht.

Für Elektroflug ist ein GfK-Rumpf zum Unterschrauben erhältlich, der vollständig unter der Fläche verschwindet und Druckantrieben bis ca. 260g Platz bietet. Antriebsauslegung ab ca. 300 Watt.

Die gesamte RC-Ausrüstung wird in die Tragflächen gesetzt, man ist hier nicht auf Mini-Komponenten angewiesen. Die Ruderanlenkung erfolgt direkt bei den Quer-Höhenrudern, bzw. bei den Wölb-Landeklappen.

 

 

Technische Daten AROS
Spannweite mm: 3600
Profil Wurzel: HMG
Profil außen symmetrisch
Flügelfläche qdm: 86,5
Fluggewicht Segler ab ca. 2320 g (2 Servos, ohne Rumpf)
Fluggewicht Elektro ab ca. 2600 g
Leergewicht roh ca. 1750 g


Die beiden Rümpfe unterscheiden sich erheblich aufgrund ihrer Auslegung. Der kurze Rumpf mit dem spindelförmigen
Ende kann zum reinen Seglen untergeschraubt werden oder auch für Elektroflug mit Motoren in Druckanordnung (Luftschrauben-Durchmesser bis 17 Zoll).
Der Rumpf verschwindet völlig unter dem Flügel, nur das Heck ist von oben sichtbar, so dass er sich ideal in das Flufzeugdesign integriert. Die Verschraubung erfolgt wahlweise von unten am Flügel oder von oben mit Nylonschrauben,
die durch integrierte Hartholzfüllstücke geführt werden.
Der zweite Rumpf für Zugantrieb und Motormontage vor dem Flügel entspricht im wesentlichen einem Seglerrumpf
mit etwas kürzerem Heckausleger. Er erlaubt Luftschraubendurchmesser bis 20 Zoll.
Entsprechend der jeweiligen Schwerpunktsituation kann er hinten noch gekürzt
und mit einem passenden Spinner verschlossen werden. Die Verschraubung erfolgt hier von oben.
Die Farben der Rümpfe können gewählt werden (blau, gelb rot, weiß).



Antriebsbeispiel: (Hacker A30/12XL mit drei LIPOs 3200)

Ein Testbericht des "AROS" ist in der Zeitschrift MFI (Modellflug International) Heft 11.2006 nachzulesen!

Immer noch haben sie den Hauch des Exotischen: Nurflügel-Modelle!
Wenn das Konzept eines solchen Seglers stimmt, hört man jedoch von ihren Besitzern nur Gutes. Es muss also schon was dran sein an dieser Modellgattung. Auch Frank Hackbarth hat solche Teile bereits ausgiebig geflogen. Jüngstes Pferd im Stall ist nun der „Aros“ von SMG Gerten. Und auch die mit diesem Modell gemachten Erfahrungen scheinen das hier Gesagte zu bestätigen.

In Ralingen, nahe der Grenze zu Luxemburg, ist Walter Gerten mit seiner Firma SMG zu Hause. Im nächsten Jahr (2007) kann dieser Betrieb bereits auf sein 20-jähriges Bestehen zurückblicken – und das ist in der heutigen, doch sehr schnelllebigen Zeit, wo die Halbwertzeit mancher Flugmodelle nicht einmal mehr eine ganze Saison beträgt, sicher keine Selbstverständlichkeit. Ein Grund für diese Beständigkeit ist sicherlich die Betriebsmentalität von SMG, denn hier sucht man Hochglanzprospekte mit unhaltbaren Werbeaussagen ebenso vergeblich, wie billig produzierte ARF-Maschinen, die doch manchmal schon ziemlich nahe an der Grenze zur Fluguntauglichkeit liegen. Stattdessen befinden sich hier ausschließlich sauber durchkonstruierte Segelflugmodelle im Programm, die durch ihre Leistungsfähigkeit überzeugen und daher auch lange Jahre lieferbar bleiben!
Alle Modelle sind in unterschiedlichen Vorfertigungsgraden erhältlich, und durch die Kleinserienfertigung können bei Bedarf individuelle Kundenwünsche berücksichtigt werden. Darüber hinaus gehört eine ausführliche Antriebsberatung für die zahlreichen Elektroversionen ebenso zum Serviceangebot, wie eine umfangreiche CD-ROM mit dem kompletten Lieferprogramm und einem sehr interessanten Fachbuchanhang, in dem der Autor so unterschiedliche Themenbereiche wie Aerodynamik, Aufwindarten, Einfliegen, Elektroeinbau, Flugtaktik, Modellstatik, Profiltheorie, Reparaturen oder Kunstflug leicht verständlich erläutert.
Die neueste Kreation aus dem Hause SMG heißt Aros und ist ein sehr eleganter, hochgestreckter Nurflügel mit einer Spannweite von 3500 mm. Wer kann dazu schon nein sagen? Ich als ausgesprochener Nurflügelfreak jedenfalls nicht!
Bevor sich das Modell aber auf den Weg in die norddeutsche Tiefebene machen konnte, mussten noch einige Entscheidungen getroffen werden. So gibt es die Flächen wahlweise mit zwei oder vier Ruderklappen – und zwar ohne Aufpreis. Nach dem Programmieraufwand mit den sechs Klappen meines Taborca war die Entscheidung hier allerdings ziemlich einfach: Zwei Klappen reichen zum Fliegen doch vollkommen aus, und mehr Funktionen hatte meine uralte Galaxy von robbe damals auch nicht.
Es gibt auch zwei verschiedene Rümpfe zur Auswahl, die sich aufgrund ihrer Auslegung erheblich unterscheiden. Der kurze Rumpf schließt vorne mit der Nasenleiste ab, sein spindelförmiges Ende eignet sich sehr gut zur Aufnahme eines Druckantriebs (Luftschraubendurchmesser bis 17 Zoll). Beide Ausführungen sind in den Farben Blau, Gelb, Rot und Weiß lieferbar und eignen sich natürlich ebenso für die Seglerversion. Ich habe mich schließlich für den kürzeren Rumpf entschieden, weil sich die Rumpfsilhouette unauffällig an das Modelldesign anpasst und jederzeit den Einbau eines Elektromotors gestattet.
Warum mein Aros nun aber bis heute doch nur als reiner Segler geflogen ist? Ganz einfach: Nachdem selbst mehrere Telefonate mit einem bekannten Motorenhersteller ergebnislos blieben und der eigentlich fest eingeplante Antrieb einfach nicht ausgeliefert wurde, habe ich den Nurflügel kurzerhand im Mai mit nach Dänemark genommen, und die ersten Flüge an der Steilküste haben mir dann soviel Spaß gemacht, dass es bis heute dabei geblieben ist.

Zunächst aber muss der Flieger erst einmal fertiggestellt werden. Freundlicherweise ist der Bausatz schon ziemlich weit vorgearbeitet, so dass im Wesentlichen nur noch RC-Einbau und Bespannung selbst vorzunehmen sind, und das spart einfach enorm viel Zeit im alljährlichen Urlaubsvorbereitungsstress. Die Tragflächen bestehen aus einem Abachi-Styropor-Sandwich und sind mit GfK- und CfK-Gewebe an stark belasteten Stellen sinnvoll verstärkt. Wurzelrippen und Randbogenabschlüsse sowie die aus 10 mm –Rundstahl bestehende Flächensteckung sind fertig eingebaut. Die Hartholz-Nasenleiste ist bereits angeklebt und profilgetreu verschliffen. Auch die Ruder sind schon V-förmig vorgefräst und müssen nur noch ausgetrennt und verkastet werden. Der Rumpf ist mit mehreren Lagen Glasgewebe aufgebaut, in meinem Fall schon gelb eingefärbt und macht einen recht stabilen Eindruck. Zum Bausatz gehören noch die Winglets aus 4mm – Balsaholz, Kleinteile zur Ruderanlenkung, ein Tütchen Baumwollflocken und eine fünfseitige Bauanleitung.

Der Bau
Zunächst sind die Ruderflächen mit einer Feinsäge aus dem Flügel auszutrennen, bevor alle Schnittkanten mit den beiliegenden Abachifurnierstreifen beplankt werden können. Nach dem Trocknen des Klebers lassen sich die Holzüberstände ausgezeichnet mit einem sehr fein eingestellten Balsahobel entfernen, so dass nur noch wenige Striche mit der Schleiflatte erforderlich sind, um bespannfertige Flaps zu erhalten.
Auf den Unterseiten der Flächen befinden sich Markierungen für die Lage der Servokästen, Kabelkanäle und Führungsröhrchen der Empfangsantenne. Beide Servoschächte habe ich vorsichtig mit einem scharfen Cuttermesser herausgearbeitet. Allerdings kamen mir beim Einbau der HS 85 MG – Servos von Hitec Bedenken, ob die herstellerseitig vorgesehene Anlenkung mit Abtriebshebel auf der Unterseite und Gestängeführung durch einen schmalen Schlitz zum Ruderhorn auf der Oberseite ausreichend große Ausschläge ermöglicht. Ich habe stattdessen Langlöcher in die Oberseitenbeplankung eingeschnitten, extra lange Servohebel montiert und die Ruderklappen komplett auf der Oberseite angelenkt. In der Praxis zeigte sich allerdings später, dass man die von SMG vorgeschlagene Methode problemlos übernehmen kann, und ich musste meine (viel zu großen) Ruderausschläge mit Dual Rate künstlich verkleinern.
Zur Durchführung der Servokabel werden auf der Flächenunterseite zwei Bohrungen in der Nähe der Wurzelrippen angebracht; hier muss man beim rechten Flügel etwas vorsichtiger zu Werke gehen, um das dort eingelegte Antennenröhrchen nicht zu beschädigen. ( beim Einbau der gesamten Empfangsanlage im Flügel, bzw. bei Verwendung des Aros ohne Rumpf, fallen diese Bohrungen nach aussen weg; Anmerkung SMG).
Und da die Bohrmaschine gerade zur Hand ist: Zwei durchgehende Löcher mit 6mm Durchmesser für die Flächenverschraubung auf dem Rumpf und zwei 4mm – Löcher für die Verdrehsicherung im Bereich kurz hinter der Nasenleiste sind (wahlweise) auch noch anzubringen. Die 6mm – Bohrungen habe ich dann noch aufgeweitet und mit passenden CfK-Röhrchen ausgebuchst.
Bevor es ans Bespannen geht, werden beide Flächenhälften noch mit feinem Schleifschwamm überarbeitet. Anschließend ist der feine Holzstaub sorgfältig mit einem Pinsel aus den Holzporen herauszubürsten, aber dann kann auch schon langsam das Bügeleisen „vorglühen“. Bei einem Finish mit farbiger Folie kann nun jeder seine künstlerische Ader frei entfalten; die eigentliche Arbeit mit Föhn, Bügeleisen und weichem Lappen sollte eigentlich niemanden vor ernsthafte Probleme stellen.

Die Montage der Ruderklappen erfolgt mit Tesafilm, wobei sich die Scharnierkante auf der Flächenunterseite befindet. Aus aerodynamischen Gründen erhält der Ruderspalt auf der Oberseite eine Verkleidung, die sich ganz einfach mit 15 und 19 mm breiten Tesafilmstreifen herstellen lässt. Das breitere Tape wird dabei in ausreichender Länge mit Kreppband auf den Basteltisch aufgespannt. Dann lässt sich der schmalere Streifen genau deckend und ohne Faltenbildung aufbringen. Der 4 mm breite Überstand dieses durchsichtigen Streifens wird nun direkt vor den Spalt geklebt und dichtet diesen hervorragend ab.
Die Befestigung der Winglets erfolgt bei meinem Aros mit zwei kleinen M3 Kunststoffschrauben. Damit die Löcher nicht schon nach kurzer Zeit ausreißen, kommen auf die Außenseiten noch Verstärkungsleisten aus 1mm-Sperrholz. Nach dem Verschleifen können auch diese Teile bespannt werden. Aus Gründen der besseren Fluglagenerkennung sollte man hier auf jeden Fall einen eher dunkleren Farbton verwenden.
Nun ist nur noch der Rumpf fertigzustellen. Zunächst habe ich unter den Rumpfsteg ein 10 mm starkes Sperrholzbrettchen eingeklebt. Anschliessend kommt auf die Rumpfoberseite ein Bogen Blaupapier, und nach dem Ausrichten des Flügels werden die Schrauben durch die beiden Bohrungen auf der Flügeloberseite gesteckt und vorsichtig ein paar Mal hin und her gedreht. Durch die Blaupause hindurch zeichnet sich nun die genaue Lage der erforderlichen Gegenlager auf dem Rumpf ab, und nach dem Einschneiden von M6-Gewinden lässt sich der Aros zum ersten Mal komplett zusammenbauen. Klasse sieht das Teil aus, doch vor dem Erstflug sind noch einige Abschlussarbeiten vorzunehmen.
Die vorderen Torsionsstifte, die ein Verdrehen des Rumpfbootes zur Fläche verhindern, bestehen bei mir aus kurzen, 4mm starken Buchenrundhölzern. Dabei habe ich zunächst die erforderlichen Bohrungen angebracht und erst dann die Stifte eingeklebt. So lassen sich eventuelle Ungenauigkeiten ohne Aufweiten der Bohrlöcher ausgleichen. Bei starker Überlastung können die Hölzchen nun wegbrechen, ohne größeren Schaden anzurichten. Anschließend verschwinden in dem geräumigen Rumpfboot noch ein Microschalter mit integriertem Ladekabel, ein älterer 6-Kanal-Empfänger von Schulze, vier 1050 mAh –NiMH-KAN-Zellen und zunächst 180 Gramm Trimmblei. Die trennbaren Servosteckverbindungen wurden mit 150 mm langen Verlängerungskabeln von JR realisiert, während die Antennenkupplung mit einem auffälligen roten BEC-Stecker hoffentlich immer daran erinnert, diese überaus wichtige Verbindung besser nie zu vergessen!

Das Fliegen
Drei Tage später, wir sind inzwischen in Dänemark angekommen, habe ich auf dem Billardtisch unseres genialen Ferienhauses noch einen einfachen Deltamixer in meine MC 3010 einprogrammiert.
Schon kurze Zeit später wird der Aros an einer dieser phantastischen Steilküsten in Nordwestjütland bei absoluten Top-Bedingungen über die Hangkante geschoben. Bereits nach den ersten, noch etwas vorsichtigen Achterschleifen erstaunt mich die wirklich hervorragende Wendigkeit dieses eleganten Nrurflügels: Bei dem engen Kurvenradius haben gleich große Leitwerkler kaum eine Chance mitzuhalten. Dadurch lässt sich dieses Teil natürlich auch sehr gut im Bereich des besten Auftriebs halten, und die erreichbaren Höhen können für erste schnelle Vorbeiflüge genutzt werden.
Hier erweist sich der Aros dann auch keineswegs als langsamer Thermikschleicher, denn er zischt mit kräftiger Überfahrt an uns vorbei und zeichnet dabei sauber die Horizontlinie nach. Erstaunlich gut wird die verbleibende Überfahrt dann wieder in Höhe umgesetzt, und mit einigen anschließenden Loopings ist auch der Einstieg in die Kunstflugerprobung geschafft. Dazu sieht dieser Flieger dann auch noch Oberklasse aus, und das kommt vor allem im Zusammenspiel mit dem Spitzenwetter und der tollen Umgebung natürlich besonders gut rüber.
Bedauerlicherweise ist die zur Verfüügung stehende Landefläche vor Ort nicht gerade besonders weiträumig, so dass bei der zweiten, „etwas holprigen“ Landung eine Kunststoffschraube abgerissen ist. Da Ersatz vor Ort nicht zu beschaffen war, musste die weitere Flugerprobung nach Urlaubsende an unserem Haushang in Brekendorf weitergeführt werden. Auch hier, an dieser relativ kleinen Kante, konnte das Modell seine Wendigkeit voll ausspielen, und das ist (vor allem beim Einstieg in die Thermik, die bei uns durch das Vorland relativ stark zerrissen ist und in niedriger Höhe oft sehr enges Kreisen erfordert) ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Gerade beim Fliegen in Höhe Null, wenn es vor allem darum geht, irgendwie die nächste Ablösung zu finden, kam mir das Flugbild hier Inland aber irgendwie zu unruhig vor; und wenn der Flieger dabei mal einen Tick zu langsam wurde, waren Richtungskorrekturen nicht mehr möglich. Nachdem ich dann 60 Gramm Blei zugeladen hatte, ging der Aros gleich viel ruhiger auf Thermiksuche. Fahrt halten muss man mit dem Modell natürlich immer noch, aber diese Gesetzmäßigkeit gilt ja eigentlich für die gesamte Fliegerei.
Am späten Nachmittag konnte nach längerer Suche schließlich noch der „Bart des Tages“ ausgekurbelt werden. Hier machte der Nurflügel auch im stationären Kreisflug eine gute Figur, und ohne übermäßigen Steuerknüppeleinsatz ging es ruhig und stetig aufwärts. Nach ungefähr 22 Metern Höhengewinn habe ich schließlich abgebrochen, und beim Rückflug aus dem Hinterland war der gute Gleitwinkel eine ausgezeichnete Unterstützung bei der Rückkehr zur Startstelle. Ein wenig Sorgen bereitete mir noch die bevorstehende Landung ohne aktive Hilfe in Form von Störklappen oder ähnlichen Auftriebsvernichtern. Alle Bedenken in dieser Richtung erwiesen sich zum Glück als vollkommen unbegründet, denn dieses Teil ist derart gutmütig, dass eine Landung mit Höhenruderunterstützung im überzogenen Flugzustand problemlos möglich war.


Ein Fazit
Der Aros ist ein sehr eleganter Großnurflügel mit Stärken im Thermik- und Streckenflug. Einfacher Kunstflug ist zwar prinzipiell möglich, aber hier gibt es sicherlich geeignetere Modelle. Preis-Leistungs-Verhältnis, Bausatzqualität und Vorfertigungsgrad sind im positiven Sinne echte Selbstgänger. Wer regelmäßig nur beengte Landeflächen zur Verfügung hat, sollte unbedingt auf die Vier-Klappen-Version zurückgreifen, zumal es diese Variante ohne Aufpreis gibt. Allen anderen kann ich auch den „einfachen“ Aros mit zwei Klappen bedenkenlos empfehlen. Mir macht dieser Flieger auf jeden Fall enorm viel Spaß.
Ach ja, inzwischen überlege ich mir nun doch noch ernsthaft den Einbau eines Elektromotors, denn SMG hat inzwischen eine weitere Antriebskombination ausgiebig erprobt: Mit Hacker A30/12XL und zeitgemäßen 3s1p3200 mAh – Lipo soll der Aros ganz ausgezeichnete Steigwerte haben, was bei geringem Gewichtszuwachs selbst in der Ebene lange Segelflugzeiten verspricht.
Frank Hackbarth